Wenn diese drei anfangen, eine Geschichte zu erzählen, bleibt kein Ohr verschlossen“, schrieb ein Rezensent – und treffender lässt sich das Yves Theiler Trio kaum beschreiben. Das Ensemble lotet mit unerhörter Spielfreude und Präzision aus, wie weit sich das Format des Piano-Trios heute dehnen lässt: kantige Grooves, leuchtende Melodien, fein verwobene Interplay-Momente und überraschende Formbögen, die sich wie selbstverständlich öffnen und schließen.
Für die aktuelle Tour zur neuen CD „Ω“ erweitert das Trio seinen Kosmos um den Tenorsaxofonisten Bardia Charaf. Mit ihm an Bord gewinnt die Musik eine zusätzliche, erzählerische Farbe: lyrisch und rau zugleich, mal als federnde Gegenstimme, mal als funkelnde Leitmelodie über einem kraftvollen, hochdynamischen Rhythmusgespann. Gemeinsam setzt das Quartett zu einem beherzten Grenzgang zwischen Komposition und Improvisation an – energiegeladen, neugierig, voller Wendungen.
„Ω“ markiert dabei nicht nur den Titel, sondern auch eine Haltung: Schlusszeichen und Aufbruch zugleich. Die Stücke spannen den Bogen von pulsierenden Ostinati und polymetrischen Verzahnungen bis zu kammermusikalischer Transparenz; Sehnsucht trifft auf Schub, Kontur auf Weite. So entsteht Musik, die Kopf und Körper gleichermaßen anspricht – unmittelbar, wendig und mit Nachhall.

